The „New Normal“?!

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Altersklassenathleten dominieren den Rothsee Triathlon

Komplett neue Formate. Ungeahnte Solidarität. Neue Siegertypen. Und Spannung bis zum Schluss. Aber von vorne. Die Veranstaltung hatte an Überraschungen und Kuriositäten einiges zu bieten. Viel kurzweiliger kann ein Wettkampf kaum laufen.

Die Vorzeichen standen gut für die Erstausgabe des Inoffiziellen Rothsee Triathlon und die ebenfalls erstmals ausgetragenen Inoffiziellen Vereinsmeisterschaften des Post SV Nürnberg.. Die Post SV Athleten hungrig vom monatelangen Schongang und bis in die Haarspitzen motiviert. Das Wetter meinte es zudem gut und versprach optimale Bedingungen

Kurz nach 9.00 Uhr. Nach und nach trudelten die ersten Athleten im Startbereich ein. Doch dann schon die erste Überraschung. Andi Dreitz wollte die Gunst der Stunden nutzen und in einem ausgedünnten Feld (ursprünglich wollte er ganz alleine starten) die Schmach des 3. Platzes aus dem Vorjahr wettmachen. Siegesgewiss stand er am Ufer des Rothsees und lies sich bereits vom Bayerischen Rundfunk interviewen. Angesichts der Dominanz der Post SV Athleten entschied er sich jedoch spontan das Rennen nicht aufzunehmen und fuhr enttäuscht erst mal zu Bäcker Schmidt nach Hip. So stand kurze Zeit später ein topbesetztes Team des Post SV am Schwimmstart: Günter, Kathrin S., Andi, Uta, Bernhard S. und Bernhard W. Gabriele hatte sich zwar kurz im Startbereich sehen lassen, folgte angesichts der unprofessionellen, irregulären Bedingungen Andi Dreitz auf einen Latte Macchiato zu Bäcker Schmidt.

Matteo hatte sich in der Nähe mit einer Gruppe befreundeter Sportler im Hintergrund gehalten. Es hieß man wolle zeitversetzt die Verfolgung aufnehmen und den Showdown ans Rennende legen.

9.32 Uhr, Startschuss, ein bunt gemischter Startblock springt ins Wasser, das Rennen läuft. Schnell konnten sich einzelne Athleten absetzen, hergestellte Vorsprünge wurden jedoch oftmals durch sinnlose Zick-Zack-Manöver wieder hergeschenkt. Zudem erschwerte die schlecht markierte Pendelstrecke ein rhythmisches Schwimmen, immer wieder wurde über die Streckenlänge diskutiert bis einzelne Athleten den Wendepunkt einfach selbst definierten und den Rückweg antraten. Das Taktieren kostete aber alle viel Kraft, so dass man später geschlossen aus dem Wasser ging. Danach verschwanden alle mindestens 15 Minuten in den diversen Wechselzonen.

 

Gegen ca. 10.45 Uhr ging man dann auf die Radstrecke. Kampfrichter hatten sich bis dato im Hintergrund gehalten, so dass man sich spontan zu einer Corona-verträglichen Windschattenfreigabe entschied. Neu im Feld Stefan, der sich für das Bike/Run-Format entschieden hatte. Die Athleten zeigten sich teils so solidarisch, dass jeder Führungsarbeit leistete und Zeit für Fotos (naja, eins) war. Günter war sogar so gut drauf, dass er Teile seines gesparten Startgeldes auf der Straße verteilte. Aber die Konkurrenz lies sich nur kurzfristig von der Hinterlist beeindrucken. Auch die Radstrecke hatte so ihre Tücken. Der Streckenabschnitt „Nauf nach Stauf“ konnte bedingt durch Bauarbeiten nicht gefahren werden, so dass zunächst in einem etwas kleineren Bogen zur Originalstrecke gequert wurde. Erstmals ohne Gegenwind ging es zurück nach Hip. Einige Athleten waren nun fast übermütig und warfen sich endorphintrunken immer wieder auf ihre Auflieger. Ausreißversuche wurden jedoch durch wiederholtes Ausbremsen, sinnlose Gesprächsaufnahmen und andere Irritationen bestraft. In Hip angekommen, rollte man zunächst Richtung Eckersmühlen, um anschließend in einem Rechtsbogen, den Rothsee durchschneidend, die fehlenden Kilometer einzufahren. Kathrin konnte sich bereits auf den ersten Saisonerfolg freuen. Sie hatte sich verletzungsbedingt für die Aqua-Bike-Variante entschieden, diese von Beginn an dominiert und fuhr nun einem gefahrlosen Start-Ziel-Sieg entgegen. Im restlichen Feld gab es abermals keinen klaren Favoriten. Gemeinsam kam man in der Wechselzone an.

 

Jetzt kam die Stunde von Kathrin N. und Falk N. Beide hatten sich spontan entschieden in der SUP-Run-Kategorie zu starten. Hochmotiviert schlossen sie sich den verbliebenen Classic-und Ultra-Athleten an. Der Slalomlauf an der Uferpromenade kostete Kraft. Gemeinsam wurde Tempoarbeit gemacht. Teils wurde der 6er-Schnitt deutlich unterschritten. Günter hatte sich kurzfristig entschieden auf der neuen Sprintdistanz zu finishen. Aber nicht nur das. Auch er konnte gefahrlos den Sieg in der Kategorie davontragen und sich zusammen mit Kathrin S. etwas früher als der Rest der Zielverpflegung widmen. Auf der verbleibenden Laufstrecke blieb es spannend. Stefan dominierte die Bike-Run-Kategorie, Bernhard W. hatte sich an die Fersen geheftet und folgte zielstrebig, um den Classic-Wettbewerb für sich zu entscheiden. Dahinter dann Uta und Bernhard S., die den Sieg auf der Ultra-Distanz (beide waren mit dem Rad aus Nürnberg angefahren. Und wieder zurück. Wahnsinn) unter sich ausmachen wollten. Beide gefolgt von Andi, der gegen Ende noch mal aufschließen konnte und zumindest einen starken 2. Platz beim Classic belegte.

Wie aus dem Nichts hatte nun auch die Gruppe um Matteo Kontakt zur Spitze hergestellt. Freundlich und anerkennend nickte und winkte man sich zu, war man doch in Gegenrichtung zueinander unterwegs.

Kathrin N. wurde im zweiten Streckenteil dann kurzzeitig durch ein Allergieproblerm ausgebremst. Dennoch reichte die Leistung zu einem fulminanten Doppelsieg mit ihrem Partner in der SUP-Run-Kategorie. Am Seezentrum Heubach angekommen, konnten sich nun alle freuen. Übermütig wurden Anekdoten aus dem Rennen ausgetauscht. Auf Siegerehrung und Pokale wurde verzichtet. Uta hatte zumindest Eis spendiert und alle waren zufrieden. So viele Sieger hatte der Post SV noch nicht in einem Rennen gesehen. Einer der ersten Gratulanten war dann zur allgemeinen Überraschung Thomas S. Er hatte sich mit Partnerin für das Side-Event Bissi-radfahren-na-lieber net-ins-Wasser-aber a-weng-faulenzen entschieden.

So müssen Wettkämpfe enden.

Gerüchten zufolge wird das Ganze in den nächsten Wochen wiederholt.